Ein Gedanke zum „Homo Nutzlos“

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Ich möchte hier einen Gedanken zum Thema „Homo Nutzlos“ teilen, ein Begriff von Yuval Noha Harari. Ich habe dazu einen Beitrag auf LinkedIn gefunden, an den ich anknüpfen möchte, ohne das komplette Buch gelesen zu haben. Mein Gedanke ist nicht empirisch belegt oder mit einer wissenschaftlichen Methode verknüpft und auch nicht besonders ausführlich ausgearbeitet. Trotzdem muss ich das mal los werden.

Anonymus Nutzlos

Yuval Noha Harari schreibt in seinem Buch „Homo Deus“, dass die Zukunft die Konzepte „Arbeit“, „Freiheit“ sowie „Gleichheit“ neu ordnen muss. Es werden neue Differenzlinien entstehen und zwar da wo man es vermuten kann ohne das Buch gelesen haben zu müssen. Zwischen Ober- und Unterschicht, zwischen Arm und Reich. Harari spricht von Superreich.

Seiner Theorie nach, werden in Zukunft viele Berufsfelder nicht mehr existieren, geschluckt durch KI und sonstige moderne Innovationen und folglich werden sehr viele Menschen mehr als heute arbeitslos sein. Soweit finde ich es nachvollziehbar und auch logisch. Quasi das Ergebnis des Kapitalismus der zu erwarten ist.

Unterschicht wird zu Homo Nutzlos

Harari geht aber nun einen Schritt weiter und definiert diese neu entstandene Unterschicht als „Homo Nutzlos“. Ein treffender Begriff aus Augen der Wirtschaft. Aus Perspektive der Unterschicht lediglich eine soziale Ungleichheit mehr. Weiterhin schließt Harari daraus, das die übrig gebliebene Oberschicht, aus purer Nächstenliebe und Mitleid die „Homo Nutzlosen“ mitversorgen werden. Quasi die Sozialhilfe 2.0. Die Oberschicht tut das aus Mitleid, so verstehe ich den Autor. Und wenn kein Interesse mehr besteht, unterlässt man die Hilfeleistungen für Bildung, Ernährung und alles andere für den „Homo Nutzlos“. Bildung würde dann mangels wirtschaftlicher Interesse eingestellt werden, weil warum „bilden“, wenn der Pöbel nicht gebraucht wird.

Was Harari aber in meinen Augen vergisst ist die Tatsache, dass der Mensch dazu geneigt ist sich zu langweilen und gewisse Zustände ab einem unbestimmten Zeitpunkt nicht mehr hinzunehmen. Ich verweise auf die „französische Revolution“. Das Gemeine Volk hat sich gewehrt und die Zutsände nicht akzeptiert. Genau das würde meiner Ansicht nach ebenfalls passieren, wenn der „Homo Nutzlos“ statt findet, sich anfängt zu langweilen und zusätzlich nicht mit Kulturgütern und Sinn versorgt wird.

Bildung ist selbst dann wichtig, wenn der Kapitalismus den Menschen nicht mehr benötigt. Denn wenn der Mensch anfängt sich zu langweilen, – im übrigen ein Phänomen das auch in der Gegenwart bereits zu beobachten ist – wird er sich unweigerlich andere Beschäftigungen suchen. Erste Möglichkeit wären meiner Ansicht nach revolutionäre Gedanken. Ein Gedankenspiel, was die Superreichen bestimmt gerne umschiffen möchten. Die andere Möglichkeit wäre, den „Nutzlosen“ Bildung zu geben, so dass sie sich andersweitig „sinnvoll“ beschäftigen können und nicht auf dumme Gedanken kommen.

Wir halten fest, auf „Bildung“ ist selbst dann nicht zu verzichten, wenn die menschliche inkoorporierte Kapitalkraft im Sinne Bourdieus, nicht mehr benötigt wird. Weiterhin bin ich mir auch sicher, diese Erkenntnis haben die zukünftigen „Superreichen“ schon.

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